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Gemeinde Tuningen

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Haushaltsrede 2018 und Haushaltsplan

Haushaltsrede Einbringung HH 2018

Verehrte Gemeinderäte,

meine Damen und Herren,

 

im 1. Jahr nach dem Luther Jubiläum bzw. im Jahr des Hundes oder einfach im Februar 2018 kann ich Ihnen den Haushaltsplanentwurf der Gemeinde Tuningen vorlegen. Wir legen Ihnen einen Haushaltsplan mit einem Gesamtvolumen von 14.850.160 € vor. Dieser gliedert sich auf in den Verwaltungshaushalt mit insgesamt 8.862.110 Euro und den Vermögens- also den Investitionshaushalt in Höhe von 5.988.050 €. Aus dem Verwaltungshaushalt kann ein Überschuss in Höhe von 645.032 € in den Investitionshaushalt überführt werden. Das ist ein wichtiger Indikator für die eigene Investitionskraft die eine Gemeinde erbringen kann. Die gesetzliche Mindestzuführung würde bei 47.900 € liegen. Somit erbringen wir knapp das 14 fache zum gesetzlichen Mindestsatz aus dem laufenden Haushalt.

 

Unsere allgemeine Rücklage war zum Ende des Rechnungsjahres 2016 bei knapp 1,7 Millionen € gelegen. Die gesetzliche Mindestrücklage liegt auch hier bei 130.000 €. Auch hier haben wir über 13-mal so viel Rücklagen als das gesetzliche Maß fordert im oberen Bereich. Die gesamten weiteren Vermögenswerte wie auch Anlagen sind ja nicht im Kernhaushalt veranschlagt. Die derzeitige pro Kopf Verschuldung liegt bei 103 €. Der Verschuldung vergleichbarer Gemeinden liegt im Kernhaushalt im Landesdurchschnitt bei 368 €.

 

Die Hebesätze werden wir nach den Vorstellungen der Verwaltung nicht erhöhen und gehen deshalb von einer Einnahmesituation von insgesamt 2,8 Millionen € aus eigenen Steuereinnahmen aus. Die Grundsteuer A also die Grundsteuer für Land- und Forstwirtschaft haben wir im Haushaltsplan vollumfänglich der Wegeunterhaltung zugestanden. Das bedeutet eine Verdoppelung des Ansatzes gegenüber den Vorjahren, um die Wege, wie auch Spazierwege unserer Bürgerinnen und Bürger instand zu halten. Mit den Landwirten erfolgte letzte Woche ein Ortstermin. Dort wurden die Wege abgefahren und eine Priorisierung in Absprache mit dem landwirtschaftlichen Ortsverband vorgenommen. Diese werden wir im Rahmen der vorhandenen Mittel wie auch Restmittel aus den Vorjahren abarbeiten sobald es die Witterung zulässt.

 

Insgesamt können wir feststellen, dass wir mit unseren Realsteuerhebesätzen kreis- und landesweit immer noch am unteren Ende aller Kommunen liegen. Dies ist auch Leitlinie des Gemeinderats bisher gewesen damit die Gewerbebetriebe auch weiterhin gerne in Tuningen bleiben bzw. ansiedeln wollen. Wir haben selbstverständlich aufgrund unserer verkehrlichen Gesamtsituation mit dem Wegekreuz Autobahn und Bundesstraße hervorragende Ausgangsvoraussetzungen um eine attraktive Gemeinde zu sein. Zu einer attraktiven Gemeinde gehört natürlich viel mehr als die Hebesätze oder die verkehrliche Anbindung. Deshalb steht ja auch Tuningen für eine intakte Infrastruktur und eine Vielfältigkeit im Angebot. Damit diese gesamte Infrastruktur erhalten bleiben kann, sind natürlich auch Investitionen nötig. Die Investitionen in den Straßenbau als einer der Felder wird oftmals unterschätzt, da in Tuningen mit diesen Maßnahmen auch immer gleich die Kanalsanierungen verbunden werden und damit der Eigenkotrollverordnung nachgekommen wird. Das ist sehr kostenintensiv und man sieht nur bedingt die Erfolge dieser Projekte. Hier hat der Gemeinderat immer eine beständige Investitionssumme in die Hand genommen, um permanent unser Kanalnetz instand zu halten. Im Jahr 2018 gibt es aber Schwerpunkte in dem Investitionshaushalt die unterm Strich ein Defizit von 2,367 Millionen € nötig machen. Selbstverständlich können wir dieses hohe Fremdkapital und Zuschusssituation wegstecken weil wir auch konkrete Investitionen und somit Vermögen dagegenzusetzen haben. Aber das größte Pfund in der Sache ist die überdurchschnittliche Finanzausstattung unserer Gemeinde. Angesichts dieser Rekord-Steuerkraftsumme und der Gewerbesteuerentwicklung wie wir sie bisher noch nie hatten können wir, denke ich, beruhigt in diese investitionsträchtige Zeit schauen.

Auch das immense Feld unseres Betreuungsangebots von 0-18 kann sich sehen lassen. Die strategischen Weichenstellungen bei der Kinderbetreuung innerhalb unserer Gemeinde sind Benchmark innerhalb unseres Landkreises; und genauso hervorragend entwickelt es sich im Bereich unserer Grundschule. Sie ist durchgängig zweizügig und hat somit keinerlei Herausforderungen was den Bestandsschutz betrifft. Auch hier sind notwendigerweise hohe Investitionen nötig, erforderlich und auch im Haushaltsplan enthalten. Diese Investition in unsere Zukunft steht für die Innovationskraft in Tuningen. Auch die gesetzliche Aufgabe der Unterbringung unserer ausländischen Neubürger haben wir durch das vielfache ehrenamtliche Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger in Zusammenarbeit mit der Integrationsbeauftragten Frau Ritzi hervorragend gemeistert. Wo viele heftig flattern und sich aufregen wird in Tuningen einfach betreut, begleitet und integriert!

 

Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Infrastruktur die wir als vollständig und komfortabel erleben auf tönernen Füßen steht. Diese Infrastruktur mit einem Nahkauf, einem Metzger, 5 Bäcker davon 2 innerorts, einem Vollsortimenter und 3 Gaststätten scheinen mehr als vollständig zu sein. Jedoch wäre bei einer Schließung des Nahkaufs die innerörtliche Versorgung für viele ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger gefährdet weil der wesentlich weitere Fußweg zum Vollsortimenter für viele ein Hinderungsgrund wäre. Der Begegnungscharakter beim Nahkauf darf hier nicht unterschätzt werden. Auch verfügt Tuningen seit Wochen nicht mehr über eine Gaststätte die 7 Tage die Woche auf hat bzw. über Mittag auf hat. Hier ist ein ganz hoher Bedarf seitens der hiesigen Geschäftsbetriebe zu sehen weil mit Kunden oder bei entsprechenden Schulungen über Mittag dann auswärts gegessen werden müsste. Früher war das problemlos innerorts möglich. Also mit der Entwicklung im gastronomischen Bereich haben wir einen herben Rückschlag erleben müssen. Nach meiner Auffassung ist es bei einer Gemeinde unserer gewerblichen Entwicklung und Vielfalt dringend wenn nicht sogar zwingend erforderlich, dass wir solch ein Angebot innerhalb der Gemeinde haben. Die Gästezahlen die am Schluss der Zeit des Gasthauses Kreuz mittags zu verzeichnen waren sind auch ein deutliches Zeichen dass ein Gastwirt hier in Tuningen erfolgreich arbeiten kann wenn er ganztägig Angebote hat. Die Vereine sind hier jetzt in der Interimszeit eingesprungen und tun eine sehr gute Arbeit. Hier sei insbesondere auch der Sportverein erwähnt, der freitags ein Alternativangebot anbietet. In der Zeit Mittwoch bis Samstag haben insgesamt 4 Gastwirtschaften am Abend geöffnet.

 

Auch wäre es sinnvoll die Poststation vielleicht in ein solches Angebot der nahen Dienstleistung zu integrieren. Somit könnte eine Vertretung und eine Verlässlichkeit beider Angebote noch mehr sichergestellt werden.

 

Zur Infrastruktur gehört selbstverständlich auch das Gemeinwesen und somit insbesondere das Engagement unserer Vereine und sonstigen ehrenamtlichen Gruppen in und für die Gemeinde. Hier ist der allgemeine demografische Wandel auch in Tuningen angekommen. Wir haben Vereine, die im Durchschnittsalter jedes Jahr steigen, anstatt zu stagnieren oder gar zu sinken. Das ist in sich gesehen überhaupt nicht bemerkenswert, wird allerdings mit der Zeit zu einer Herausforderung, weil die Spontanität bzw. Bereitschaft aus diesem Verein heraus aktivst zu arbeiten um ihn voranzubringen leider nicht steigt. Das ist überhaupt nicht zu kritisieren sondern mittlerweile auch ein Problem das Land auf und Land ab entsteht. Auch ist eine Veränderung unserer Festbesucher und Bürgerinnen und Bürger zu beobachten. Viele ziehen sich zurück bzw. wollen weder an Festen teilnehmen noch sich an Aktionen beteiligen. Sie ziehen sich zurück in ihre „Burg“ und bewerten das Infrastrukturangebot und die Einkaufsmöglichkeiten nach dem Effekt“ ich hab das Salz vergessen und dann muss ja hier ein Angebot sein“.

 

Auch bei der geplanten Gewerbeschau musste die Gemeinde einen herben Rückschlag akzeptieren weil die kommende Gewerbeschau 2018 nach anfänglich guter wenn auch beschwerlich zu organisierenden Anfragen nun abgesagt werden muss weil wir die kritische Menge an Gewerbetreibenden durch Absagen die erst jetzt aufgeschlagen sind nicht mehr erreichen konnten. Neben der allgemeinen Frustration im Arbeitskreis über diese Entwicklung ist jedoch auch erkennbar dass die Gewerbetreibenden und auch Vereine durch die immense Auftragsfülle die sie haben kaum noch Zeit finden sich auch noch mit solch einem Zusatzangebot zu beschäftigen. Es ist nachvollziehbar und auch verständlich. Aus der Sicht der politischen Gemeinde allerdings geht uns hier ein wichtiger Faktor der Präsenz und der Außenwahrnehmung innerhalb der Region verloren. Es war immer ein besonderes Highlight innerhalb der Gemeinde Tuningen, wenn wir unsere Leistungsschau durchgeführt haben. Nebenbei hatten wir dadurch einen hervorragenden Effekt dass wir am Sonntagmorgen mit einem ökumenischen Gottesdienst bzw. am Samstagabend ein wunderschönes Zusammentreffen von vielen Tuningerinnen und Tuningern auf dem Gelände des Bauhofs haben erreichen können. Dieses vielfältige Hallo und neu und alt kennen lernen hat dazu geführt, dass auch unsere Dorfgemeinschaft erlebbar wurde. Dies ist uns jetzt sozusagen genommen worden. Dabei konnten wir durch die ehrenamtliche Vorbereitungsgruppe für das Open Air im Juli zumindest einen Ersatztermin anbieten. Was das 2. Halbjahr betrifft verlassen wir uns auf das bewährte Angebot unseres Sportvereins anlässlich des Kick-off.

 

Widmen wir uns nun konkret dem Haushalt:

 

Die Personalkosten der Gemeinde Tuningen gliedern sich in 2 große Blöcke auf, das eine ist die Kernverwaltung mit Bauhof und der andere Kostenblock ist der Bereich der sozialen Sicherung mit Familienzentrum und Schulbetreuung. Beide zusammen ergeben einen Anteil am Volumen des Verwaltungshaushalts von nur 23,5 %. In der Finanzplanung sind wir jeweils von einer Lohnkostensteigerungen mit knapp 3 % ausgegangen.

 

Die freiwilligen Leistungen seitens der Gemeinde an die Vereine gliedern sich in 2 Bereiche auf. Zum einen die monetären Zuschüsse also die Zuschüsse zum laufenden Betrieb aufgrund der Jugendförderung und der allgemeinen Unterstützung für die Vereine seitens der Gemeinde. Zum anderen spiegelt sich die Unterstützung der Gemeinde durch die Überlassung von Räumlichkeiten für den Verein im konkreten bzw. unserer Hallen und Häuser wieder. Wenn wir alle diese Kosten addieren kommen wir auf ein Volumen von 220.000 € die wir gerne den Vereinen pro Jahr direkt bzw. indirekt zukommen lassen. Auch hier denke ich kann man voll Selbstbewusstsein mitteilen, dass die Gemeinde Tuningen hier den ehrenamtlich Tätigen und auch deren Mitglieder intensiv und großzügig unter die Arme greift.

 

Nun kommen wir zu konkreten Projekten die wir in diesem Jahr angehen wollen. Aufgrund der räumlich sehr beengten Situation unserer Freiwilligen Feuerwehr welche eine gern übernommene Pflichtaufgabe der Gemeinde darstellt kann neben dem Zuschuss zur Feuerwehr in Höhe von 78.000 € auch eine Investitionssumme von 100.000 € für die Planung des neuen Feuerwehrgerätehauses in den Haushalt eingestellt werden. Die genaue Örtlichkeit ist noch nicht bestimmt. Hier muss mit den einzelnen Grundstückseigentümern noch Kontakt aufgenommen werden.

Nicht minderwichtig ist der Erhalt und der Ausbau und Modernisierung unserer Grundschule. Wir haben insgesamt 650.000 € für den Anbau von 2 Klassenzimmern und der Schulküche im Haushaltsplan dargestellt. Genauso war es Wunsch der Eltern, dass die seit Jahrzehnten angemahnte Einhausung des Gangs vom Schulgebäude zu den Toiletten innerhalb der Schule nun angegangen wird. Dies werden wir mit einem Betrag von 25.000 € im Jahr 2018 umsetzen. Damit kann man trockenen Fußes und ohne dass man die Jacke anzieht vom Klassenzimmer auf die Toilette gehen. Die in Tuningen angebotene Struktur der sozialen Sicherung schließt einem Defizit von rund 582.000 € über den gesamten Bereich ab. Wesentlicher Faktor ist selbstverständlich der Bereich Kindergarten der aber ergänzt wird durch die Angebote innerhalb der Grundschule. Auch der Flüchtlingsbereich ist hierin enthalten. Die erhaltenen Zuweisungen sind hier bereits in Abzug gebracht. Wir investieren somit 197 € pro Jahr und Einwohner in die verschiedensten Angebote zur Sicherung der Struktur als familienfreundliche Kommune. Auch in der Sporthalle haben wir 2018 die weiteren 2 Duschräume aufgenommen. Da die Sanierung im Jahr 2017 nicht gelang, konnten wir die Strategie dahin gehend ausweiten, dass wir jetzt den gesamten Duschbereich in 2 Teilabschnitten im Jahr 2018 angehen wollen.

In der Gesamtbetrachtung Finanz- und Haushaltsplanung auf der einen Seite und der strategischen Straßensanierungsplanung auf der anderen Seite war es wichtig für uns dass wir die Straßen welche wir aufgrund des immensen Investitionsvolumens nicht im Zeitplan schultern wollten zumindest mal dahin gehend mit einer Oberflächenverbesserung versehen, um eine bessere Befahrbarkeit und einen besseren Winterdienst zu erreichen. Diese investierten 60.000 € wollen wir in den Bereichen Schul-und Kantstraße sowie im Hasenloch einsetzen. Die vorgesehenen Grundsanierungen dieser Straßenzüge im Bereich Kanal und Wasser wie auch im Oberflächenbereich würden wir dann in der Finanzplanung nach hinten schieben können. Näheres sehen Sie selbstverständlich in der dargestellten Finanzplanung. Große Vollsanierungen werden 2018 endlich im Bereich der Sunthauser Straße, Albstraße und im Roten Gässle vorgenommen. Die Vergaben sind erfolgt, die Arbeiten beginnen Anfang März im Roten Gässle und dann nach den Osterferien im Bereich der Albstraße. Da wir das Landessanierungsprogramm im öffentlichen Bereich mit einer umfangreichen Straßensanierung kombinieren wollen, haben wir auch hier entsprechende Mittel aufgenommen. Die Planungsvorstellung ist ja im Lauf des Abends noch ein weiterer Punkt. Wichtig dabei ist jedoch dass das Straßenbild auf der einen Seite nachhaltig verändert werden muss um die Zuschüsse zu generieren und auf der anderen Seite auch die Aufgabe erfüllt werden muss dass eine massive Reduzierung des Durchgangsverkehrs hin zu einer Wohnstraße erfolgt. Auf der anderen Seite ist natürlich die vorhandene Komfortzone verringert dass man beidseitig parken kann um auf kurzen Wegen zu seiner Wohnungstür zu gelangen. Das ist ein gewisser Zielkonflikt den wir dann anlässlich unserer ausgiebigen Bürgerbeteiligung mit den Betroffenen zu diskutieren haben. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch bei den Mitgliedern des Gemeinderats.

Die Nachkalkulation im Bereich Wasser- und Abwassergebühren sind beauftragt und sobald die Ergebnisse vorliegen und diese ausgewertet sind werden wir sie dem Gremium vorlegen. Eine entsprechende Erhöhung der beiden Gebühren und der entsprechenden Beiträge ist im derzeitigen Werk nicht enthalten. Ein weiterer Großinvestitionsposten ist nach wie vor das Marielehaus. Wir haben ja schon seit 2015 entsprechende Mittel eingestellt, diese habe ich im Abschnitt 8817 ausgewiesen. Es standen dem Investitionsvolumen von 1,5 Millionen € Kreditmittel in Höhe von 1,2 Millionen € gegenüber. Dies haben wir jetzt Ende 2017 nicht erneut übertragen sondern im Jahr 2018 frisch veranschlagt. Es würden die Kreditermächtigungen aus dem Jahr 2017 nämlich verfallen weshalb wir sie im Jahr 2018 erneut ausgewiesen werden.

 

Die Investitionen im Bereich des Abschnitts 0 also Kernverwaltung und Gremien sind im Bereich des Gemeinderats der Erwerb von 14 neuen Tabletts; im Bereich Abschnitt 2 also der Infrastruktur Schulen ist die Erweiterung des Schulbaus mit 600 bzw. 650.000 € inklusive Möblierung der größte Posten. Die Einhausung des Toilettenbereichs haben wir im Verwaltungshaushalt mit 25.000 € kalkuliert.

Die nächsten beiden Posten sind die des Feuerwehrgerätehauses mit insgesamt 3 Millionen € und die vom Marielehaus wie vorher erwähnt mit 1,5 Millionen € Baukosten. Diese Positionen mit allein 4,5 Millionen € brutto rechtfertigen die Verschuldung; das eine Projekt als rentierlicher Schuldenträger weil auch Mieteinnahmen durch die Investitionen langfristig generiert werden und beim Feuerwehrgerätehaus handelt es sich dem Grunde nach um eine gesetzliche Pflichtaufgabe. Die Alternativlosigkeit ergibt sich aufgrund des besonderen Zuschnitts des Grundstücks und des Bedarfs aufgrund der gängigen Vorschriften. Die Alternative, dass die gesamte Umkleide in den Bereich des Teinosaals verlegt wird und dieser somit wegfällt wäre zwar theoretisch denkbar, jedoch einsatztaktisch kompletter Humbug. Diese ganzen Investitionen nehmen natürlich auch viel an der Rücklage in Anspruch. Am Ende des Haushaltszeitraums werden wir noch eine Rücklage von 782.300 € haben. Wir gehen jedoch davon aus dass das Ergebnis 2017 wesentlich besser ausfällt als geplant. Somit ist sicher nicht mit einer so hohen Rücklagenentnahme zu rechnen.

 

In den kommenden Jahren, wie ich schon dargestellt habe, werden die Schwerpunkte im Jahr 2019 im Feuerwehrgerätehaus und im Landessanierungsprogramm liegen. Hierfür haben wir 4,2 Millionen € in der Finanzplanung hinterlegt. Im Jahr 2020 ist immer noch mit den Restzahlungen aus dem Neubau des Gerätehauses und weiteren Abschnitten aus dem LSP mit 2,77 Millionen € zu rechnen, die wir entsprechend finanziert haben.

 

Wir haben ja innerhalb unseres kleinen Konzerns 2 Eigenbetriebe der die Versorgung mit Strom über die entsprechenden EnBW Aktien und die vorhandenen Photovoltaikanlagen und dem Wasser abbildet und dem Eigenbetrieb der Telekommunikation. Diesem Eigenbetrieb ist zum Teil das Berliner Modell, wie auch das Stuttgarter Modell abgebildet. Auch die Fremdfinanzierung ist hier hinterlegt. Die Tuninger bleiben hinter den Erwartungen was die Anschlusswilligkeit betrifft in beiden Gebieten zurück und somit ist der Rücklauf aus den Pachterlösen stagnierend. Allerdings ist absehbar dass die Ausschüttungen des Verwaltungszweckverbandes an die Mitgliedsgemeinden ab dem Jahr 2019 sicher positiv sind. Im Jahr 2018 ist seitens des Zweckverbandes sehr vorsichtig kalkuliert worden und eine Reduzierung des Aufwands von bisher 20.000 € auf 0 € veranschlagt worden. Wir gehen jedoch von einer positiven Entwicklung aus sodass hier sicherlich auch weitere Einnahmen generiert werden können. Durch diese Investition ist jedoch erreicht worden dass die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf wie auch die Attraktivität unserer Gewerbeflächen weit gestiegen ist. Als einzige Gemeinde des Schwarzwald-Baar Kreises wenn nicht sogar der Region können wir die Anbindung aller landwirtschaftlichen Gebäude wie auch innerhalb unserer Gemeinde als erledigt darstellen. Die Abschnitte welche bisher noch nicht erschlossen werden konnten werden jetzt durch die Straßenmaßnahmen vervollständigt.

 

Eine große Aufgabe wird es für eine Gemeinde unserer Größenordnung bleiben, dass wir die Leute nach wie vor motivieren müssen für das Gemeinwohl einzustehen und auch für das Gemeinwohl etwas zu tun. Dazu gehört selbstverständlich auch die Frage was die Gemeinde für den einzelnen Bürger, für die einzelne Bürgerin tun kann. Ich möchte deshalb betonen, dass es vor allem wichtig ist, dass sich die Verantwortlichen wie auch jeder Bürger, jeder Einwohner, jeder Arbeitnehmer und Arbeitgeber innerhalb der Gemeinde Tuningen damit beschäftigt was er für die Gemeinde tun kann. Und dabei darf es nicht beim Zahlen der notwendigen Abgaben bleiben, sondern es geht darum diese Gemeinde lebens- und liebenswert zu erhalten. Gemeinde ist mehr – Gemeinde ist unser Gemeinwesen. Das ist weder Aufgabe bzw. allein Aufgabe des Gemeinderats, des Bürgermeisters, der Verwaltung oder einzelner Vereine, sondern es ist Aufgabe eines jeden hier in Tuningen. Es sind hervorragende Ansätze die auch gelebt werden zu spüren. Auch mit dem Projekt Interreg probieren wir hier neue Aufbruchsstimmung zu erreichen. Das Kopf in den Sand stecken wird ersetzt durch das Motto „mach doch mit“ und somit besteht eine große Chance, dass wir auch in den nächsten Jahren von der Tendenz zur Schlafgemeinde oder Wohngemeinde verschont bleiben. Das war bisher schon eine große Leistung aller Verantwortlichen und hier noch mal ein großes Dankeschön insbesondere an all die ehrenamtlichen und Verantwortlichen innerhalb unserer Vereine und Organisationen wie auch an diejenigen die sich auch aktiv für uns engagieren.

 

Ich wünsche nun viel Freude und eine gute Beratung bei der Durcharbeit dieses Werkes und würde mir folgenden Zeitplan vorstellen. Am 8. März werden wir in der Klausur des Gemeinderats ab 17:00 Uhr bzw. 18:00 Uhr öffentlich den Plan durcharbeiten. Wenn Sie Fragen vor dieser Klausur beantwortet haben wollen, würde die Chance bestehen sich auch die Möglichkeit geben dass wir direkt mit Herrn Berninger Kontakt aufnehmen. In der Folgesitzung am 22. März 2018 könnten wir dann weiter eine Beratung oder vielleicht sogar die Beschlussfassung der entsprechenden Satzungen vornehmen. Gute Beratung viel Freude beim Studium und auch noch mal ein herzliches Dankeschön an Herrn Berninger und sein Team wie auch Frau Ittig für die Vorbereitung der Entwürfe.

 

 

Haushaltsplan 2018

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